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Heimat- und Verkehrsverein (HVV)
 63785 Obernburg am Main

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Obernburger Bildst├Âcke

"Fr├Âmmigkeit der Ahnen war es, die an natursch├Ânen Landschaftsflecken oder auch am Ort einer ruchlosen Tat Bildst├Âcke oder S├╝hnekreuze erstehen lie├čen. Als stumme Mahner reden sie in der Sprache des Volkes aus l├Ąngst vergangenen Zeiten, berichten in einem knappen, kargen Spruch ├╝ber das Anliegen eines Ortsb├╝rgers. Meist findet man nur einen religi├Âsen Spruch, den Namen des Errichters und die Jahreszahl. Regen, Wind und Bemoosung haben die Inschriften oft arg verwittert und so im Laufe der Zeiten der m├╝ndlichen Volks├╝berlieferung Anlass zu einem Kranz von Legenden und Sagen um diese Steinmale gegeben."

Josef Michelbach

Kraut- oder Bogelskreuz
Das so genannte ÔÇ×Kraut- oder Bogelskreuz“ befindet sich in der Flurgemarkung ÔÇ×Taubenloch“, ca. 20 m n├Ârdlich des st├Ądtischen Wasserhochbeh├Ąlters. Zu Fu├č ist das Feldkreuz vom Brennerweg aus in n├Ârdlicher Richtung ├╝ber den Oberen H├Âhenweg zu erreichen (ca. 10 Gehminuten).

 

Das Kreuz aus Buntsandstein steht auf einem 70 cm hohen Sockel und ist selbst 142 cm gro├č. An ihm befindet sich ein Korpus. Unter diesem sind ein Totenkopf und zwei verschr├Ąnkte Knochen zu erkennen. Diese Symbole k├Ânnten darauf hindeuten, dass sich im dortigen Bereich ein Ungl├╝ck ereignet hat. Eine Inschrift bzw. Jahreszahl ist nicht vorhanden bzw. erkennbar. Das Feldkreuz d├╝rfte wohl im 18. Jahrhundert aufgestellt worden sein.

Eine Besonderheit ist, dass Kreuz und Korpus offensichtlich aus einem Steinblock gemei├čelt wurden. Bei den durchgef├╝hrten Steinmetzarbeiten handelt es sich um volkst├╝mliche Kunst. Auffallend ist auch an der Vorderseite der Sockelplatte eine halbrunde Ausformung. Nach Meinung von Experten wurden an dieser Stelle die Sensen und Sicheln zum Sch├Ąrfen gewetzt (gesch├Ąrft). Diese Werkzeuge wurden zum ÔÇ×Krauten“ = M├Ąhen benutzt. Von diesem Begriff d├╝rfte auch der Name Krautkreuz abzuleiten sein.

In der Obernburger Bev├Âlkerung ist das Feldkreuz auch unter dem Namen ÔÇ×Pfannenkuchenkreuz“ bekannt. Dies deshalb, weil sich laut Chronik folgendes zugetragen haben soll: ÔÇ×Droben auf dem Stadtberg machten einmal zwei M├Ądchen Futter (Gras). Die Mutter hatte ihnen versprochen, wer am flei├čigsten sei, bekomme den gr├Â├čten Pfannkuchen. Da gerieten die M├Ądchen in Streit und schlugen einander mit ihren Sicheln tot. Auf dem Acker wurde ein steinernes Kreuz errichtet, das unter dem Namen" Krautkreuz" bekannt wurde.“

Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine so genannte Wandersage. Das hei├čt, dass ├Ąhnliche Erz├Ąhlungen auch in anderen Gemeinden rings um Feldkreuze und Bildst├Âcke bekannt sind.

Die Chronik liefert noch eine weitere Version zur Entstehung des Kreuzes:
ÔÇ×Ein Schiffer von hier hat das Kreuz zum Danke gegen Gott f├╝r seine Errettung aus Schiffsnot aufrichten lassen. Der Schiffer soll Bogel gehei├čen haben.“

Letztlich gibt es keinen Beweis, warum das Kreuz an dieser Stelle errichtet wurde.

Im Jahr 1995 baute die F├Ârdergemeinschaft das Kreuz ab und lie├č es bei der Firma Becker in Klingenberg fachm├Ąnnisch restaurieren. Im Dezember 1995 wurde dann die Kreuzanlage einige Meter nach Osten versetzt wieder aufgestellt und mit drei Stufen versehen. Unterst├╝tzung bekam die F├Ârdergemeinschaft durch st├Ądtische Mitarbeiter und die Familie Erhard Englert. In K├╝rze wird das erhaltenswerte Feldkreuz ├╝berdacht, um es vor Witterungseinfl├╝ssen zu sch├╝tzen.

Bildstock am Galgen
Der Bildstock steht jetzt am M├Âmlingtalring auf H├Âhe des Anwesens Haus-Nr. 107 (Bild links). Er war vorher in der Flurgemarkung ÔÇ×Galgen“ (Bild rechts) aufgestellt und wurde dort im Rahmen der Umlegung abgebaut. Die bezeichnete Flurgemarkung ist ├Âstlich des Schulzentrums bis zum M├Âmlingtalring gelegen.

Die gesamte Anlage aus rotem Buntsandstein ist insgesamt 2,24 m hoch. Auf dem Sockel mit neuer Platte steht die 1,84 m hohe S├Ąule (Durchmesser 22 cm). Den Abschluss bildet dann der 55 cm hohe Bildstockkopf mit drei Schauseiten. Die Vorderseite (S├╝dseite) zeigt im oberen Bereich eindeutig eine Taube mit ausgebreiteten Fl├╝geln. Darunter sind zwei Figuren zu sehen. Das Motiv dieser Darstellung ist offensichtlich die heilige Dreifaltigkeit. Auf den beiden seitlichen Schauseiten ist jeweils eine Figur zu sehen. Es wird vermutet, dass es sich um die Mutter Gottes und den Lieblingsj├╝nger Jesu, den Heiligen Johannes, handelt.

Auf der Vorderseite des Altartisches ist folgende Inschrift eingemei├čelt:

“1721 hat Herr
Georg Wilhelm
Kammer und sei-
ne Hausfrau Gott
zu Ehren aufrichten
lassen.”

Die Familie Ernst Reis hat im Jahre 1994 den komplett abgebauten Bildstock im Steinmetzbetrieb Becker in Klingenberg restaurieren lassen. Das religi├Âse Denkmal wurde ebenfalls von der Familie Reis am M├Âmlingralring aufgerichtet. An der R├╝ckseite und seitlich des Altartisches befindet sich eine ca. 1 m hohe Sandsteinmauer, die sehr gut zum Gesamtbild der Anlage passt. Auf einer 30 x 20 cm Tafel in der Mauer ist vermerkt, dass Ernst und Johannes Reis im Jahre 1994 den Bildstock restaurieren lie├čen und danach wieder aufstellten. 2012 lie├č die Familie Reis den Bildstock nochmals restaurieren und neben dem Anwesen M├Âmlingtalring 107 neu aufstellen.

Es ist erfreulich und nachahmenswert, wenn sich eine Familie um die Erhaltung und Pflege von religi├Âsem Kulturgut k├╝mmert.

Bildstock am H├Âllenweinbergsweg

Im Nordwesten Obernburgs befindet sich der H├Âllenstutz, eine schmale, ansteigende Stra├če, die vom Pflaumheimer Weg in n├Ârdlicher Richtung abzweigt. Nach ca. 100 m endet die geteerte Fahrstra├če und m├╝ndet in den H├Âllenweinbergsweg, der auch als ÔÇ×Rotweinwanderweg“ bekannt ist und nach Gro├čwallstadt f├╝hrt.

 

Die Bildstockanlage aus rotem Buntsandstein befindet sich bergseits an diesem Weg, etwa 10 Gehminuten vom Pflaumheimer Weg entfernt. Der Bildstock ist insgesamt 390 cm hoch. Auf dem quadratischen, 110 cm hohen Altartisch steht die 215 cm hohe S├Ąule, auf der sich der 65 cm hohe Kopf befindet.

Es handelt sich um einen sogenannten Nischenkopf mit der 30 cm hohen ├ľffnung zur Sichtseite hin.

 

In der Nische steht eine aus Lindenholz geschnitzte Figur des hl. Urbanus, dem Schutzpatron der Winzer.

  

Auf der Vorderseite des Altartisches sind die Gro├čbuchstaben
G und K, ein Anker als Symbol und die Jahreszahl 1731 eingemei├čelt.

In der Chronik ist hierzu folgendes zu lesen:
ÔÇ×Ein Schiffsmann Namens Georg Kammer von hier hat den Bildstock als sichtbares Zeichen f├╝r die auf dem Maine zu Berg fahrenden hiesigen Schiffer aufrichten lassen, dass sie jetzt bald an das Heimatufer anlaufen.“

Zur damaligen Zeit war der Bildstock vom Maintal aus noch gut zu sehen. Inzwischen ist die Sicht vom Tal leider durch einige Obstb├Ąume verdeckt. Zu fr├╝heren Zeiten zogen die Gl├Ąubigen einmal j├Ąhrlich am Urbanustag (25. Mai) in einer Prozession zum Bildstock, um den Segen Gottes f├╝r die Feldfr├╝chte und die Natur zu erbitten. Inzwischen ist es schon zur Tradition geworden, dass jeweils im Marienmonat Mai eine Andacht gefeiert wird.

Auf Grund von Witterungsverh├Ąltnissen und dem starken Wachstum von Brombeerhecken sowie Efeuranken verwahrloste der Bildstock immer mehr. Die Mitglieder der F├Ârdergemeinschaft fassten deshalb Anfang 1996 den Entschluss, die religi├Âse Anlage zu restaurieren. Dies gestaltete sich recht schwierig, weil die Zufahrt mit schwerem Ger├Ąt nicht m├Âglich war. Unter gro├čem Arbeitsaufwand wurde der gesamte Bildstock abgebaut und zur Fa. Wassum nach Miltenberg gebracht. Dort erfolgten die erforderlichen Steinmetzarbeiten. Au├čerdem musste eine neue S├Ąule angefertigt werden. Die Wieder- aufstellung erfolgte im Juli 1996. Zuvor war die z.T. eingefallene Weinbergsmauer auf eine L├Ąnge von ca. 20 m neu errichtet worden.

Pfarrer Lieb segnete anl├Ąsslich des Erntedankfestes am 26.10.1996 die imposante neue Anlage, f├╝r die das Ehepaar Gertrud und Dieter Kunkel eine aus Lindenholz geschnitzte Urbanusfigur aus dem Gr├Âdnertal stiftete. Sie haben auch die Patenschaft ├╝bernommen und sorgen f├╝r Blumenschmuck und Sauberkeit rund um den Bildstock. Dank Spenden der Raiffeisenbank Obernburg, des Grundst├╝cks┬ş besitzers und weiterer B├╝rger konnten die Sanierungskosten gedeckt werden.

Bildh├Ąuschen am Pilgerspfad
Das 1872 errichtete Bildh├Ąuschen steht etwas erh├Âht an der Einm├╝ndung des Pilgerpfades in den Buchh├Âllenweg (neben dem Wasserhaus) mit Blickrichtung Osten. Unmittelbar an dieser religi├Âsen Anlage f├╝hrt der Radweg Maintal–Odenwald vorbei. Eine neben dem Bildh├Ąuschen aufgestellte Bank l├Ądt zum Verweilen ein.

Das Bildh├Ąuschen besteht aus zwei Sandsteinbl├Âcken. Der obere Block schlie├čt mit einem aus zwei Sandsteinplatten bestehenden Giebeldach ab. Auf dem Giebel ist ein 50 cm hohes schmiedeeisernes Kreuz befestigt. Die gesamte Anlage ist 330 cm hoch. Die H├Âhe des aufgesetzten Steinblocks betr├Ągt 180 cm, die Tiefe 50 cm.

 

 

 

 

 

Im Block befindet sich eine Rundbogennische. Sie ist 120 cm hoch, 60 cm breit und 30 cm tief. In ihr steht eine aus Buntsandstein gemei├čelte Muttergottesfigur, die das Jesukind, das die Weltkugel in seinen H├Ąnden h├Ąlt, auf dem rechten Arm tr├Ągt. Um die wertvolle Figur gegen Diebstahl und Besch├Ądigungen zu sichern, wurde eine massive Metallgittert├╝re mit Schloss angebracht.

Auf der Vorderseite des unteren 100 cm breiten Steinblocks ist folgende Inschrift eingemei├čelt:

O, LIEBE FRAU AM PILGERSPFAD
HALT OBERNBURG IN GOTTES GNAD.
1872 EX STRUCTUM EX PIIS COLLECTIS

Der untere Satz in lateinischer Sprache sagt aus, dass das Bildh├Ąuschen 1872 aus frommen Sammlungen errichtet wurde. Laut Chronik soll dies der damalige Stadtpfarrer Valentin Karl veranlasst haben.

Aus der Chronik ist weiter zu entnehmen, dass der Begriff ÔÇ×Pilgerspfad“ aus den Wallfahrten im 15. und 16. Jahrhundert abzuleiten ist. Damals pilgerten unz├Ąhlige Gl├Ąubige am Main entlang ├╝ber Mainz nach Aachen. Dort wurden alle sieben Jahre im Monat Juli die so genannten gro├čen Reliquien in der T├╝rmergalerie gezeigt. Auch aus Obernburg pilgerten viele Wallfahrer nach Aachen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges k├╝mmerte sich die Familie Alfred Rapp um die Pflege des Bildh├Ąuschens. Vor einigen Jahren ├╝bernahm dann die Familie Walter Reichert die Betreuung. Sie sorgt in vorbildlicher Weise u. a. f├╝r Blumenschmuck und Kerzen, sowie f├╝r die Sauberkeit der Anlage. 

 

Kreuzigungsgruppe am Br├╝ckenbergsweg

Steinernes Kreuz1
Steinernes Kreuz mit Kupferdach

Die imposante Kreuzigungsgruppe befindet sich neben dem Rad- und Fu├čg├Ąngerweg am s├╝dlichen Ortsausgang Obernburgs. ├ľstlich der Anlage verl├Ąuft die B 426. In nordwestlicher Richtung erstreckt sich hangw├Ąrts in Richtung Obernburg die Flurgemarkung ÔÇ×Br├╝ckenberg“. An dieser Hanglage wurde noch vor nicht zu langer Zeit Weinbau betrieben. Die zum Teil noch gut erhaltenen Weinbergsmauern zeugen davon. Etwa auf H├Âhe der Kreuzigungsgruppe endeten die Weinberge.

Im Mai des Jahres 1669 lie├č der damalige Obernburger Stadtpfarrer Matth├Ąus Briccius die religi├Âse Anlage errichten. Er war im Juli 1660 aus der Di├Âzese Trier nach Obernburg gekommen. Pfarrer Briccius sprach mehrere Fremdsprachen und war offensichtlich ein hochgebildeter Mann. In der Chronik ist vermerkt, dass er Doktor der Theologie war.

Bereits drei Jahre zuvor lie├č Pfarrer Briccius auf dem Friedhof neben der damaligen Pfarrkirche eine Kreuzigungsgruppe errichten. Die Steinmetzarbeiten f├╝hrte ein namentlich nicht bekannter Bildhauer aus Miltenberg durch. Die sehr gut erhaltene Anlage steht heute in der Pfarrkirche ÔÇ×St. Peter und Paul“ im hinteren Teil der Kirche auf der rechten Seite.

Steinernes Kreuz Ausschnitt von vorne von Karl

Die Gruppe am Br├╝ckenbergsweg ist aus rotem Buntsandstein und besteht aus einem Altartisch mit zwei Assistenzfiguren sowie dem Kreuz mit Corpus.

 

Der Tisch ist 102 cm hoch, 133 cm breit und 104,5 cm tief.

 

Die H├Âhe der Assistenzfiguren
betr├Ągt 100 cm.
Das Kreuz ist 273 cm hoch und die Breite des Balkens misst 110 cm.
Die Corpusl├Ąnge betr├Ągt 135 cm.

Bei den beiden Figuren
handelt es sich auf der linken Seite (von vorne gesehen)
um die Mutter Jesu und
auf der anderen Seite um
Maria Magdalena.

Die Besonderheit dieser religi├Âsen Anlage sind die Inschriften in deutscher und lateinischer Sprache. Auffallend ist au├čerdem, dass sowohl die Vorderseite, die Ostseite und die R├╝ckseite des Altartisches beschriftet sind. Herr Dr. Leo Hefner ├╝bersetzte freundlicherweise den lateinischen Text ins Deutsche.

Steinernes Kreuz Fronttext

Auf der Frontseite ist folgendes vermerkt:

Samaritanus Sanat Christus Sapientia Patris
 

Durch Verachtlich Holtz Des Creutzes
Begleidet Gott Den Frommen. Sap 10
Aber Nit Verachte Was Gott Geachtet Hatt
Gott Macht Aus Schlechter Erden
Den Ersten Schonen Menschen
Jesus Macht Aus Wasser Wein Aus Brott sein Leib
Das Brott Vergehet Sein Fleisch Und Bludt Bestehet
Also Ist Des Creutzes Argernus Vergangen
Undt Bleibt Die Ehr. 
GaL5

De Luto et Sputo Jesus Dat Lumina Caeo  Ioa 9

Si Sit Amor Lucis Plus Valet Ara Crucis

Es ist Kein Besser Arbeit Als Die Man Gott Thut
Der Welt ist Kein Danck.
Gott Vergilt Ein Wasser Tranck  Matth. 10

Den Samariter heilt Christus
Christus die Wahrheit des Vaters

 

Mit Schleim und Spucke gibt Jesus der
Finsternis Licht (gemeint ist: mit Schleim und Spucke heilt Jesus den Blinden)

Wenn die reine Liebe nach Liebe nach Licht d├╝rstet, kr├Ąftigt sie den Altar des Kreuzes

 

Text Ostseite

Steinernes Kreuz Seitentext2

Dieses Heilsdenkmal errichtete der hochw├╝rdigste Herr Matth├Ąus Briccius, Trierer,
aus Maringia f├╝r immer der Vorsteher der katholischen Kirche (Pfarrei) von
Obernburg
Im Jahre des Heiles 1669

Text R├╝ckseite am Fu├č des Kreuzes

Text R├╝ckseite Altartisch

Steinernes Kreuz Text Rueckseite
Steineres Kreuz Seitentext1

In Jesu Wunden
empfiehlt sich der Priester
Matth├Ąus Briccius

Der Blinde am Weg ruft
und lobt Jesus
Und Du Wanderer wei├čt es und schweigst
Sag Du: Jesus hab Erbarmen

In den zur├╝ckliegenden Jahren war die religi├Âse Anlage wiederholt Ziel unbekannter Frevler. So wurde gegen Ende der Nazizeit der Corpus gewaltsam entfernt und im naheliegenden M├╝hlbach versenkt. Der Landwirt Ludwig Koch fand dann den zertr├╝mmerten Christusk├Ârper bei Reinigungsarbeiten im M├╝hlbach. Desweiteren wurden in der Folgezeit u. a. die beiden Assistenzfiguren besch├Ądigt und au├čerdem versucht, eine Statue zu entwenden.

Im Jahre 1959 sorgten die beiden Bauernfamilien Michael Englert und Ludwig Koch daf├╝r, dass ein zu der Anlage passender Corpus wieder am Kreuz angebracht wurde. Au├čerdem wurde die gesamte Anlage restauriert. Die anfallenden Kosten ├╝bernahmen damals die bereits erw├Ąhnten Familien Englert und Koch. Nicht nur diese beiden Familien, sondern auch weitere Obernburger B├╝rger leisteten finanzielle Beitr├Ąge, die f├╝r die wiederholt notwendigen Restaurierungsarbeiten erforderlich waren. Auch die Mitglieder der F├Ârdergemeinschaft zur Erhaltung sakraler Kulturg├╝ter waren aktiv und sorgten daf├╝r, dass die Gruppe in einem guten Zustand blieb. Mitte 2011 erfolgte eine  Restaurierung durch Dipl.-Ing. Klaus-J├╝rgen Rau aus M├╝nster bei Dieburg, von dem auch der Entwurf f├╝r das neue sch├╝tzende Kupferdach und die Ausf├╝hrungszeichnung stammt.

Seit vielen Jahren wird die religi├Âse Anlage von der Familie Erhard Englert betreut. Sie k├╝mmert sich in vorbildlicher Weise um Blumenschmuck und achtet auf Sauberkeit rings um die Kreuzigungsgruppe.

Bildstock Miltenberger Stra├če

Miltenberger Strasse Totale Richtung Schaefers
Miltenberger Strasse 11_1

Der Bildstock aus rotem Buntsandstein steht seit Juni 2005 an der Einm├╝ndung des Ziegelh├╝ttenwegs in die Miltenberger Stra├če auf einem st├Ądtischen Grundst├╝ck (Bild links). Hinsichtlich der Standpl├Ątze hat dieser Bildstock eine bewegte Geschichte. Zun├Ąchst stand er bis etwa 1972 ca. 100 Meter n├Ârdlich des jetzigen Standortes, unmittelbar an der Miltenberger Stra├če (Bergseite, Bild rechts). Der Bildstock wurde bei Stra├čenbauarbeiten stark besch├Ądigt und lagerte dann im S├Ągewerk Walter Reichert im Pilgerspfad.

Miltenberger Strasse Bildstock im Rathaus

Der damalige B├╝rgermeister Wendelin Imhof lie├č nach seinem Amtsantritt im Jahre 1975 den Bildstock restaurieren und im s├╝dlich gelegenen Treppenhaus des Rathauses aufstellen. Die toskanische S├Ąule musste gek├╝rzt werden, da sonst ein Aufstellen im Treppenhaus nicht m├Âglich gewesen w├Ąre. Die urspr├╝ngliche H├Âhe des Bildstocks betrug 4,50 Meter.

Im Jahre 2004 regten die Mitglieder der F├Ârdergemeinschaft an, den Bildstock wieder in der Miltenberger Stra├če am Stadteingang aufzustellen. Diesen Gedanken trug B├╝rgermeister Walter Berninger dem Stadtrat vor. Das Gremium stimmte dem Vorhaben zu.

Nachdem ein geeigneter Platz gefunden war, bauten Fachkr├Ąfte des THW Obernburg am 21.6.2005 den Bildstock ab und transportierten ihn an den jetzigen Standort. Ab diesem Zeitpunkt waren die Helfer der F├Ârdergemeinschaft gefordert. Zun├Ąchst wurde ein 180 x 160 cm gro├čer Betonsockel gefertigt und mit Sandsteinplatten verblendet. Die Aufstellung des Bildstocks erfolgte dann am 24.6.2005 und mit der Hilfe von Richard Koch, der den Kranwagen der Stadt Obernburg fuhr.

Der Bildstocktisch ist 100 cm hoch, 80 cm breit und 70 cm tief. Die H├Âhe der toskanischen S├Ąule betr├Ągt 140 cm.

Auf der S├Ąule befindet sich der 70 cm hohe, w├╝rfel├Ąhnliche Bildstockkopf.

 

Auffallend sind hier die vier besonders herausgearbeiteten Laubwerkeckknollen.

Miltenberger Strasse Johannes mit Sims
Miltenberger Strasse Elisabeth
Miltenberger Strasse heilige Familie
Miltenberger Strasse Johannes

Am Kopf befinden sich drei Bildmotive. Die Vorderseite (Westseite) zeigt die heilige Familie. Auf der S├╝dseite ist der Hl. Johannes der T├Ąufer abgebildet und auf der Nordseite ist die Hl. Elisabeth dargestellt.

An der Frontseite ist folgende Inschrift eingemei├čelt:

Miltenberger Strasse Text

  1736  ZU  EHREN  JESUS

     MARIA JOSEP HAT
     BALTAS PLAZ UND
     ANNA MARIA SEINE
     HAUSFRAU DISEN
     BILDSTOCK AUF
     RICHTEN LASSEN

        DEN  MERDZ

 

Am 12.5.2006 erhielt die neu aufgestellte religi├Âse Anlage den kirchlichen Segen durch Herrn Pfarrer Hubert Gr├╝tz und Pastoralassistenten Thorsten Seipel. Die Feierstunde wurde von der Schola der katholischen Kirchengemeinde unter Leitung von Heinrich Sch├Ąfers mitgestaltet.

Anwesend waren ca. 100 Personen, die dann nach der Bildstocksegnung von den Helfern der F├Ârdergemeinschaft und von den Anwohnern der Miltenberger Stra├če bewirtet wurden.

Die bei der Umsetzung entstandenen Kosten wurden durch Spenden der Firmen Eichhorn und Spilger sowie weiterer finanzieller Zuwendungen Obernburger B├╝rger abgedeckt.

Die Patenschaft f├╝r den Bildstock haben spontan die Familien Hock, Sch├Ąfers und Strobl ├╝bernommen. Sie sorgen in vorbildlicher Weise f├╝r Sauberkeit und Blumenschmuck.

 

Bildstock in der Lindenstra├če

Lindenstrasse total

Der Bildstock aus rotem Buntsandstein steht auf dem Gehsteig an den Anwesen Berres und Stahl (Hausnummer 19 und 21) in der Lindenstra├če.

Die Gesamth├Âhe betr├Ągt 3,90 Meter. Die Tischtiefe ist mit 0,40 Meter verh├Ąltnism├Ą├čig gering. Dies deshalb, damit der Gehsteig von den Fu├čg├Ąngern noch problemlos benutzt werden kann. Die Tischh├Âhe betr├Ągt 0,90 Meter und die Breite 0,80 Meter.

Auf dem Tisch ist die 2,20 Meter hohe toskanische S├Ąule aufgesetzt. Auf dieser befindet sich der 0,50 Meter hohe Bildstockkopf mit einem ca. 25 cm gro├čen Steinkreuz als Abschluss. Der nach oben abgerundete Kopf hat drei Schauseiten.

Lindenstrasse total alt

Bildstock vor der Renovierung

Lindenstrasse Muttergottes
Lindenstrasse oben von vorne
Lindenstrasse Christopherus

Die Frontseite (Osten) zeigt Jesus beim Kreuztragen. Au├čerdem sind noch Simon von Cyrene und ein Soldat zu erkennen. Auf der S├╝dseite ist die Mutter Jesu und auf der Nordseite der hl. Christopherus abgebildet.

Lindenstrasse Inschrift

Die Inschrift auf der Vorderseite des Bildstocktisches nennt das Jahr seiner Aufrichtung und die Namen der Stifter:

1712 den 12.
Mai ist der
Bildstock zu
Gottes Ehr auf
gerichtet word
en. Herr Wilhelm
Helm, Stadthau
ptmann und Anna
Maria seine ehelich
e Hausfrau

 

Aufgrund der Witterungseinfl├╝sse waren der Kopf von oben her stark versandet und die eingemei├čelten Figuren kaum mehr erkennbar. Zudem war die Inschrift vorne am Bildstocktisch nur noch schlecht lesbar. Dies deshalb, weil beim Streudienst im Winter das Salzwasser dem Buntsandstein sehr zugesetzt hatte. Aus den genannten Gr├╝nden und um die religi├Âse Anlage vor weiteren Sch├Ąden zu bewahren, fassten die Mitglieder der F├Ârdergemeinschaft zur Erhaltung sakraler Kulturg├╝ter im Jahre 2005 den Entschluss, den Bildstock zu restaurieren. Zu diesem Zweck wurden unter anderem 2006 die Inschrift wieder lesbar gemacht und der Bildstockkopf abgebaut. Diesen erhielt der Steinmetzmeister Paul Kramer in Gro├čwallstadt. Er restaurierte den Kopf in m├╝hevoller Kleinarbeit mit dem Erfolg, dass die Darstellungen wieder einwandfrei zu erkennen sind.

Im Fr├╝hjahr 2007 wurde der Kopf wieder auf die S├Ąule gesetzt. Hierbei wurden die Helfer der F├Ârdergemeinschaft von Hubert Schmitt mit dem Kranwagen der Stadt Obernburg hervorragend unterst├╝tzt. Es erfolgte dann noch die komplette Versiegelung des Bildstocks mit einem Wetterschutzmittel. Am 13. 7. 2007 segnete Pfarrer Hubert Gr├╝tz anl├Ąsslich einer Andacht den neu restaurierten Bildstock. Zu dieser kleinen Feier waren zahlreiche Gl├Ąubige in die Lindenstra├če gekommen. Dies auch deshalb, weil damals in der Stra├če Kanalbauarbeiten durchgef├╝hrt wurden und kein Durchgangsverkehr herrschte. Die Kosten f├╝r die angefallenen Restaurationsarbeiten hatten gro├čz├╝gigerweise einige Bewohner der Lindenstra├če ├╝bernommen.

In diesem Zusammenhang ist die Familie Hermann Stahl besonders zu loben, insbesondere Frau Veronika Stahl, die seit Jahrzehnten den Bildstock in vorbildlicher Weise pflegt. Sie sorgt f├╝r passenden Blumenschmuck und Sauberkeit rund um die religi├Âse Anlage.

In Obernburg ist es zur Tradition geworden, dass anl├Ąsslich der j├Ąhrlichen Fronleichnamsprozession der 3. Altar an diesem Bildstock aufgebaut wird.

 

Bildstock am Tiefentaleingang

Tiefestal Bildstock gesamt

Die imposante Bildstockanlage steht direkt an der S├╝dseite des Tiefentaleingangs. An diesen neuen Standort (Bild links) wurde sie im Fr├╝hjahr 2004 versetzt. Zuvor stand sie weiter zur├╝ck im so genannten Schulwald (Bild rechts).

Tiefental Bildstock alt

Dieses kleine W├Ąldchen war 1950 von Schulkindern unter der Leitung des damaligen Oberf├Ârsters Hans Neswetha gepflanzt worden. Im Laufe der Zeit wuchs der Bildstock immer mehr zu und war kaum noch als solcher zu erkennen.

Tiefestal Bildstock schlank

 

 

Aus diesem Grund fassten die Mitglieder der F├Ârdergemeinschaft im Fr├╝hjahr 2004 den Entschluss, den Bildstock zu restaurieren und weiter nach vorne an den jetzigen Standort zu versetzen. Zun├Ąchst wurde ein massiver Betonsockel gegossen und auf diesen der Bildstocktisch gestellt. Der Tisch ist 100 cm breit, 60 cm tief und 50 cm hoch. Die alte S├Ąule musste durch eine neue ersetzt werden. Sie l├Ąuft nach oben konisch zu und ist 220 cm hoch. Auf der S├Ąule befindet sich der Bildstockkopf. Es handelt sich um einen so genannten Kreuzdachtyp mit einer Nische zur Ostseite hin.

 

Der Kopf ist im Grundriss quadratisch und mit dem aufgesetzten Steinkreuz 75 cm hoch. In der Nische stand urspr├╝nglich eine bemalte Madonnenfigur, die durch ein verglastes Metallt├╝rchen gegen Diebstahl gesichert war.

 

Tiefestal Bildstock Kopf vorne

Der in der N├Ąhe des Bildstocks wohnende Otto Elbert stellte spontan eine neue und wertvolle, aus Lindenholz geschnitzte Muttergottesfigur kostenlos zur Verf├╝gung. Die ca. 25 cm hohe Figur tr├Ągt auf dem rechten Arm das Jesuskind. Sie wurde soweit wie m├Âglich diebstahlsicher in der Nische befestigt und das Nischent├╝rchen weggelassen.

 

Am Bildstockkopf ist unten quer verlaufend ├╝ber alle vier Seiten folgende Inschrift eingemei├čelt:

 

ÔÇ×Johannes Elbert hat dies allhier aufgerichtet  -
den 29. August 1598“

 

Tiefestal Bildstock Kopf hinten

Zur besseren Gestaltung der Bildstockanlage wurde zur Ostseite hin ein Sandsteinplattenbelag verlegt. Eine 3,50 m breite und 0,50 m hohe Sandsteinmauer bildet den Abschluss zur Westseite. Die bei der Restauration angefallenen Kosten in H├Âhe von ca. 2.000 ÔéČ konnten durch Geldspenden von Anwohnern, der Bauernschaft und verschiedenen Gesch├Ąftsleuten ausgeglichen werden.

 

 

Der Bildstocktisch weist eine Besonderheit auf. An der oberen Kante zur Frontseite befindet sich eine ca. 40 cm breite und 7 cm tiefe Einkerbung. Es handelt sich hier um eine Wetzscharte. Sie entstand beim Nachsch├Ąrfen von Sensen und Sicheln durch die b├Ąuerliche Bev├Âlkerung.

 

Tiefestal Bildstock Wetzscharte

Die Segnung der neuen Bildstockanlage erfolgte am 25.6.2004 durch Pfarrer Hubert Gr├╝tz. Zu dieser religi├Âsen Feier waren zahlreiche Gl├Ąubige gekommen. Die Schola der katholischen Kirchengemeinde unter Leitung von Heinrich Sch├Ąfers umrahmte mit den vorgetragenen Liedern die Segnung. F├╝r den Blumenschmuck am Bildstock sorgt in vorbildlicher Weise unentgeltlich die G├Ąrtnerei M├╝ller. Die Familien Otto Elbert, Richard Neeb und Frau Klara Schnabel k├╝mmern sich beispielhaft um die Sauberkeit der Anlage.

 

Feldkreuz am Oberen Neuen Weg (Spilgerkreuz)

Spilgerskreuz2
Spilgerskreuz7

Das im Volksmund als ÔÇ×Spilgerkreuz“ bezeichnete Feldkreuz steht auf dem h├Âchsten Punkt (243 m) der Flurgemarkung ÔÇ×Reuschenberg“ am oberen Ende des ÔÇ×Platzerlochs“ unmittelbar am Oberen Neuen Weg. Die Entfernung zur Stadtmitte betr├Ągt ca. 3 km. Die religi├Âse Anlage befindet sich auf einem etwa 60 qm gro├čen, mit einem J├Ągerzaun umgebenen Grundst├╝ck. Der Standort ist f├╝r ein Feldkreuz besonders geeignet, da man bei gutem Wetter eine wunderbare Aussicht ├╝ber das Maintal, den Spessart, die M├Âmlinger H├Âhe und den Odenwald hat.

Das Grundst├╝ck kann vom Oberen Neuen Weg her (Westseite) betreten werden. Links des Eingangs befindet sich au├čerhalb der Einfriedung eine Ruhebank. Auf der rechten Seite steht ein Weidenbaum. Den Abschluss zur Ostseite hin bilden vier Fichtenb├Ąume.

Mittig auf dem Areal steht auf einem 40 cm hohen und 160 x 160 cm gro├čen Sockel aus Sandsteinplatten das 280 cm hohe Holzkreuz. Der Querbalken ist 88 cm breit. Zur Westseite hin ist der 95 cm hohe Corpus aus Lindenholz angebracht. Das Ma├č der ausgebreiteten Arme betr├Ągt 78 cm. Den Abschluss nach oben bildet ein Giebeldach aus Holz, welches mit Kupferblech gedeckt ist. Das Kreuz stand zun├Ąchst auf einem Granitsockel. Im September 1992 wurde dieser entfernt und durch Bundsandsteinplatten ersetzt. Die Arbeiten erfolgten durch Helfer der F├Ârdergemeinschaft zur Erhaltung sakraler Kulturg├╝ter.

Spilgerskreuz35

 

Unterhalb des Christusk├Ârpers ist eine 47cm x 38cm gro├če Holztafel angebracht. Auf dieser ist folgendes vermerkt: ÔÇ×All├╝berall in der Natur siehst Du des gro├čen Gottes Spur. Willst Du ihn noch gr├Â├čer sehn, bleib an einem Kreuze stehn.“ Passions-Sonntag 5. 4. 1981. Das Datum nennt den Einweihungstag durch den damaligen Obernburger Pfarrer Wendelin Lieb.

Die Errichtung des imposanten Feldkreuzes veranlasste der M├Âbelkaufmann Otto Spilger sen., der im Jahre 1995 verstarb. Er hatte hierzu einen besonderen Grund. Otto Spilger sen. wuchs in Eilsbrunn bei Regensburg in einem christlich gepr├Ągten Elternhaus auf. Er verbrachte in diesem Ort auch seine Kindheit und Jugendzeit. In der Flurgemarkung seiner Heimatgemeinde war ein Feldkreuz errichtet, welches den jungen Otto Spilger sehr beeindruckte.

Nachdem er hier in Obernburg seine berufliche Existenz aufgebaut hatte, erinnerte er sich immer noch an das Feldkreuz in seinem Heimatort. Dies insbesondere deshalb, weil er in seinem B├╝ro ein Foto dieses Kreuzes an der Wand hatte. In ihm reifte der Gedanke, auch hier in Obernburg ein Flurkreuz aufzustellen. Er kaufte das Grundst├╝ck neben dem Oberen Neuen Weg und lie├č in seiner Werkst├Ątte das Kreuz fertigen. Den Corpus schuf ein Herrgottsschnitzer namens Feistel aus Oberammergau.

 

Die gesamte Anlage ist in einem gepflegten Zustand. Der Corpus weist bisher keine witterungsbedingte Sch├Ąden auf, obwohl er der Wetterseite ausgesetzt ist. Dies ist mit Sicherheit deshalb der Fall, weil der Christusk├Ârper zweimal im Jahr mit einem speziellen Pflege├Âl behandelt wird.

Otto Spilger sen. hat sich bis zu seinem Tod liebevoll um die Sauberkeit der Anlage und um den Blumenschmuck gek├╝mmert. Dieses vorbildliche Verhalten wird von der Familie Otto Spilger jun. weitergef├╝hrt.

Das Feldkreuz wird von der Bev├Âlkerung gut angenommen. Wanderer, Spazierg├Ąnger, Radfahrer und auch Autofahrer bleiben stehen, um f├╝r eine kurze Weile inne zu halten.

Inzwischen ist es auch schon zur Tradition geworden, dass j├Ąhrlich am Vortag von Christi Himmelfahrt die Flurprozession mit Begleitung der Musikkapelle von der Wendelinuskapelle aus zum Flurkreuz f├╝hrt und dort der Wettersegen gebetet wird.

 

Das Fischerskreuz

Fischerskreuz01
Fischerskreuz02

 

Das Erinnerungskreuz steht am nord├Âstlichen Rand des Waldgebietes ÔÇ×Roter Busch“, ca. 2 km (Luftlinie) westlich der Stadtmitte. Vom Altmauerweg aus zeigt eine gro├če Hinweistafel aus Holz mit der Inschrift ÔÇ×Fischer’s Kreuz“ den Weg zum Standort. Etwa 100 m nordwestlich dieses Schildes befindet sich die Gedenkst├Ątte. An der Nordostseite grenzt die Flurgemarkung ÔÇ×Seffengraben“ an.

 

 


 

Das aus rotem Buntsandstein bestehende Kreuz steht auf einem nach oben abgerundeten Sockelstein. Die St├Ąrke des Kreuzes und des 50 cm breiten und 40 cm hohen Steines ist 10 cm, die Breite des Balkens sowie die des Stammes betragen 13,5 cm. Der Stamm ist 38 cm hoch und der Balken 50 cm breit.

Auf der Frontseite ist erhaben herausgemei├čelt der Gekreuzigte zu erkennen. Der Christusk├Ârper ist 16 cm hoch und das Ma├č der ausgebreiteten Arme betr├Ągt 15 cm. Den Abschluss nach oben bildet ein wellenf├Ârmiges Blechdach mit den Ausma├čen 95 x 70 cm.

Aufgrund der Endungen des Kreuzbalkens sowie des oberen Abschlusses des Stammes ist anzunehmen, dass es sich von der Kreuzform her um ein so genanntes Ankerkreuz handelt. Bei dem hier verwendeten Kreuz wurde offensichtlich der untere Teil des Stammes abgeschnitten und der Stamm mit Balken auf den Sockelstein aufgesetzt. Aus diesem Grund ist der Abstand der F├╝├če des Christusk├Ârpers zum Stammende sehr gering, w├Ąhrend der Abstand vom Kopf bis zum oberen Stammabschluss 18 cm betr├Ągt.

Auf der Vorderseite des Sockelsteines ist folgende Inschrift in vier Zentimeter hohen Gro├čbuchstaben eingemei├čelt:

 

ÔÇ×1796 DEN 6. SEP. IST HIER VON DEN
FRANZOSEN ERMORDET
WORDEN DER J├ťNGLING FRANTZ JOSEPH FISCHER.
DEMSELBEN VERLEIHE GOTT
DIE EWIGE RUHE. AMEN!!

 

Die beiden Obernburger B├╝rger Ernst Reis und Alois Roos (verstorben im Dezember 2008) sowie die Familie Bruno Fischer haben sich wiederholt um die Sauberkeit und Ausgestaltung der Gedenkst├Ątte in vorbildlicher Weise gek├╝mmert. Im Juli 2008 brachten Ernst Reis und Alois Roos die ├ťberdachung an, um das Kreuz vor Witterungseinfl├╝ssen zu sch├╝tzen.

Dieser Stein wurde errichtet zur Erinnerung an nachstehende Begebenheit:

Eine 600 Mann starke Abteilung der am 3. September 1796 bei W├╝rzburg geschlagenen franz├Âsischen Revolutionsarmee erreichte am 6. September  Obernburg und es kam hier zum Gefecht mit den in Obernburg einquartierten ├Âsterreichischen J├Ągern am Unteren Tor und in den Weinbergen. Auch die Stadt wurde beschossen. Ein Teil der Bewohner fl├╝chtete ├╝ber den Main in den Forstwald, ein anderer Teil suchte Schutz im Roten Busch.

Fischerskreuz03

In den H├Âllenweinbergen hatte sich ein Obernburger Mann mit Namen Helm versteckt und feuerte einen Schuss auf vorbeiziehende Franzosen ab. Dann versteckte er sich im Lehmerich.

Die Franzosen lie├čen deshalb die H├Âhen durch drei berittene J├Ąger absuchen. Diese trafen am so genannten Schlossersbildstock (am Ausgang des Tiefen Tales, nicht mehr vorhanden) wieder zusammen.

Ungl├╝cklicherweise verlie├čen zu dieser Zeit drei junge Burschen (Frantz Josef Fischer, Peter Happel und Konrad Herrmann) das Versteck im Roten Busch um nachzusehen, was drau├čen zuging. Sie wurden in der N├Ąhe der Altmauer├Ącker von den Franzosen erblickt, verfolgt und nur zwei konnten den sch├╝tzenden Wald erreichen. Fischer wurde am Waldrand eingeholt und grausam ermordet; sein K├Ârper hatte 33 Hieb- und Stichwunden. Nur noch wenige Schritte und auch Franz Josef Fischer h├Ątte das rettende Dickicht des Waldes erreicht.

 

Kreuzigungsgruppe in der Pfarrkirche St. Peter und Paul

Die Kreuzigungsgruppe aus rotem Buntsandstein, die jetzt in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul rechts neben dem hinteren Eingang steht, hat bereits mehrere Standortwechsel hinter sich.

Im Jahre 1667 war Dr. Matth├Ąus Briccius Pfarrer in Obernburg. Er lie├č die Kreuzigungsgruppe anfertigen und auf dem Obernburger Friedhof, der sich damals rund um die Pfarrkirche befand, aufstellen. Aus der Chronik ist zu entnehmen, dass ein namentlich nicht bekannter Bildhauer aus Miltenberg die Gruppe geschaffen hat.

Nachdem dieser Friedhof aufgel├Âst und ein neuer an der Annakapelle angelegt worden war, erhielt die Kreuzigungsgruppe einen neuen Standort. Sie wurde an der Au├čenwand der Pfarrkirche zwischen Treppenaufgang zur Empore und dem Hauptportal auf der linken Seite aufgestellt.

2014-38-1 Schulklasse
2014-38-2 Steinkruzifix vor alter Kirche

Schulklasse mit Oberlehrer Martin Hu├člein vor der Kreuzigungsgruppe neben dem Hauptportal

Vor dem Abriss der Pfarrkirche im Jahre 1964 bekam die religi├Âse Anlage wieder einen neuen Standort, und zwar im Durchgang zum Kirchturm auf der S├╝dseite.

Auf Wunsch von Pfarrer Wendelin Lieb (verstorben im November 2013) und dem damaligen B├╝rgermeister Wendelin Imhof fand dann die Kreuzigungsgruppe ihren heutigen, w├╝rdigen Platz in der Pfarrkirche. Die Versetzung an den neuen Standort in der Kirche im Jahre 1998 erfolgte bei einem gemeinsamen Einsatz durch Mitarbeiter des THW Obernburg und den Helfern der F├Ârdergemeinschaft zur Erhaltung sakraler Kulturg├╝ter.

An der jetzigen Stelle ist die religi├Âse Anlage vor Witterungseinfl├╝ssen gesch├╝tzt und wird hier von Kirchenbesuchern durch Anz├╝nden von Opferkerzen besonders verehrt.

2014-39-1 Kreuzigungsgruppe Kirche gesamt

 

Der Tisch, auf welchem das Kreuz und die beiden Figuren stehen, ist 104 cm hoch. An dem 228 cm hohen Kreuz ist der 120 cm lange Korpus angebracht. Die Breite des Querbalkens betr├Ągt 100 cm.

Auf dem Tisch stehen die 108 cm hohen Assistenzfiguren. Auf der linken Seite ist die hl. Maria und rechts der hl. Johannes dargestellt. W├Ąhrend Maria die H├Ąnde zum Gebet faltet, h├Ąlt Johannes in der linken Hand ein aufgeschlagenes Buch.

Auf der Vorderseite des Tisches ist eine Inschrift in lateinischer Sprache eingemei├čelt. Die Schrift ist leider nur noch teilweise lesbar. Aufgrund von alten Aufzeichnungen hatte sie folgenden, ins Deutsche ├╝bersetzten Wortlaut:

Die Lehre vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit;
uns aber, die selig werden, ist es Gottes Kraft. 1. Kor.I;18.
In Deinen H├Ąnden (0 Herr) ruhet mein Geschick. Ps. 30
Was Du ├╝ber mich beschlossen hast, das m├Âge ├╝ber mich kommen,
soweit es in Deiner Vorsehung liegt.
Was Du als Preis des Todes festgesetzt hast, das sei auch Deiner Ehre geweiht.
Sprich zu meiner Seele: Dein Heil bin ich. Ps. 34
Du Hoffnung meiner verbannten Seele, sprich:
jetzt und in alle Ewigkeit bin ich Dein Heil.
Alles Heil kommt von Dir, mein Erl├Âser.
Kein Heil gibt es ohne Dich, mein Heiland.

Dieses Denkmal der Ehre und der Andacht hat gesetzt zu Obernburg
der H.H. Matth├Ąus Briccius Maringio, ein Trierer B├╝rger,
Dr. der Theologie aus dem ehrenwerten Kapitel Nontani,
Landpfarrer zu Obernburg, Definitor und Kamerar - im Jahre 1667
 

2014-39-2 Kreuzgruppe Kirche Maria
2014-39-3 KreuzgruppePfarrkirche Text unten
2014-39-4 Kreuzgruppe Kirche Johannes

Pfarrer Dr. Briccius hat neben dieser beschriebenen Gruppe im Jahre 1669 eine ├Ąhnliche religi├Âse Anlage am Br├╝ckenbergsweg in Obernburg errichten lassen. Ob nun diese beiden Gruppen vom gleichen Bildhauer geschaffen wurden, ist nicht dokumentiert. Vergleicht man die k├╝nstlerische Gestaltung der Assistenzfiguren dieser beiden Gruppen, dann lassen sich in der Darstellungsform erhebliche Unterschiede feststellen.

Ein Vergleich mit dem Korpus der Gruppe am Br├╝ckenbergsweg (Bild unten rechts) und dem der Pfarrkirche ist nicht mehr m├Âglich. Die Christusfigur am Br├╝ckenbergsweg wurde in den Wirren der Nachkriegszeit von Unbekannten gewaltsam entfernt und in den nahen M├╝hlbach geworfen. Dort wurde sie bei Reinigungsarbeiten total besch├Ądigt aufgefunden und musste durch einen anderen Korpus ersetzt werden.

2014-40-1 Steinkreuz 2004 in Kirche
2014-40-2 SteinernesKreuz

 

 

Bildstock Anna-Selbdritt in der Kapellengasse

Laut Chronik haben im Jahr 1714 Franciscus Pero und seine Hausfrau Anna den imposanten St.Anna-Selbdritt-Bildstock aufrichten lassen. Der erste Standort ist nicht genau bekannt. Es ist jedoch anzunehmen, dass er evtl. im Bereich der Annakapelle bzw. Kapellengasse aufgestellt war.

Im Jahr 1826 baute die Familie Mott n├Ârdlich der Annakapelle eine M├╝hle, die dann 1888 von dem M├╝ller- und B├Ąckermeister Heinrich Knecht aus Eisenbach gekauft wurde.

2015_44_01
2015_44_02

Anhand von Bildmaterial ist belegt, dass der Bildstock an der Frontseite des M├╝hlengeb├Ąudes zur Annakapelle hin einen Platz gefunden hatte (Bild links).

In den Jahren 1976/77 wurde ein Gro├čteil der M├╝hle abgerissen und der Bildstock musste bei der Familie Knecht zwischengelagert werden.

 

2015_44_03

Im Juli 1978 fand der Bildstock aus rotem Buntsandstein einen neuen Standort. Dies war die Au├čenwand an der S├╝dwestseite des Anwesens Knecht an der Ecke Kapel-lengasse/Katharinenstra├če.

Die marode gewordene ├ťberdachung wurde 1982 von Richard Knecht durch ein neues Metalldach ersetzt.

Der Bildstocktisch ist 0,92 m hoch, 0,67 m breit und 0,60 m tief.

Die Inschrift vorne auf dem Sockel ist derzeit nicht mehr lesbar. Bei einer Restauration im Jahre 1955 durch den Heimat- und Verkehrsverein wurde die Inschrift lesbar gemacht. Sie hatte folgenden Wortlaut:

 

JESUS . MARIAE
UNDT . S. ANNAE. ZU
EHREN. HAT. DIESE
BILDNUS . AUFRICHTE
LASEN . FRANCISCUS
PERO . UND . SEINE . LIEB
HAUSFRAU . ANNA
CLARA . UND IHRE . JUN
GE . TOGTER . MARIA .
MAGDALENA . DURCH .
DEREN . F├ťRBITT . WIR
VERHOFFEN . DIE .
EWIGE . SELIGKEIT .
AMEN . DEN 12. FEB.
ANNO . F. P.  1714

 

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Auf dem Tisch steht die 1,85 m hohe S├Ąule. Die drei Figuren sind sitzend auf der viereckigen Abdeckplatte der S├Ąule dargestellt.

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Auf der linken Seite (von vorne) erkennt man die Hl. Anna und rechts ihre Tochter Maria. Beide halten gemeinsam den in der Mitte sitzenden Jesusknaben. Die Frauenfiguren sind 0,66 m hoch. Der Bildstock hat eine Gesamth├Âhe von 3,80 m.

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An den beiden Seitenfl├Ąchen des Tisches sind kreuzf├Ârmige 0,4 m tiefe Mulden erkennbar.

 

 

In diesen ist jeweils eine Figur als Relief zu sehen. Welche Personen hier dargestellt werden sollen, kann nur erahnt werden.

 

Obwohl es sich bei dem Anna-Selbdritt-Bildstock um eine der ├Ąltesten in der Obernburger Gemarkung handelt, ist die Figurengruppe relativ gut erhalten. Dies ist wahrscheinlich der ├ťberdachung zu verdanken, die den Bildstock im oberen Bereich vor Witterungseinfl├╝ssen sch├╝tzt. Die Frontseite des Tisches m├╝sste jedoch baldm├Âglichst restauriert werden, damit die Inschrift wieder lesbar wird.

Karl Reichert
 

Wird fortgesetzt